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Spielen statt Kämpfen! Spieleseminar
in Katsdorf (Oö)
Während des Semesterferiens in Oberösterreich
(23.-24.2.) fand ein Spieleseminar "Bühne frei - Ihr Auftritt bitte"
statt.
7 Teilnehmer, alle aus OÖ, ließen verfrüht im
Seminarhotel Mader in Katsdorf bei Linz nieder. Bei herrlichem
Sonnenschein freuten wir uns wieder zu sehen. Wir bezogen unsere
Unterkunft und genossen die bekannte Zotterschokolade. Katsdorf liegt im
typisch hügeligen schönen Mühlviertel, wo wir das Glück hatten, über die
Nebeldecke zu sein.
Freitag um 9 Uhr begann das Seminar und wurde von 2
Trainern aus der Theaterszene in die Schauspielkunst inszeniert.
Katharina C. Sabotka und .Johannes Pump sind ausgebildete Musikpädagogen
und Schauspieler.
Aufgrund unserer Schwerhörigkeit sind wir mit
Hörbarrieren konfrontiert. Eine tägliche Herausforderung die wir mit
etwas anderen Wegen bewältigen müssen.
Nach kurzer Vorstellung unter den Seminarleitern
und Teilnehmern begann das Seminar mit ersten Aufwärmübungen, doch diese
Aufwärmübungen hatten einen tiefen Sinn. Zur Auflockerung und
Entspannung, aber auch zur Einführungen in zwei spannende Tage.
Ein 5 Minuten Interview mit einem Partner mit
schrägen Fragen eröffnete dann unsere Präsentation und
Repräsentationsaufgaben.
Satzbausteine und Schnellformulierungssysteme
wurden angewendet. Zitate kamen ebenfalls zur Anwendung und das von
berühmten Dichter und Weltliteraten Johann Wolfgang von Goethe berührte
mich am meisten:
Man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere
von einem denken!
Um das zu erfahren, muss man erfolgreicher
kommunizieren!
Die Voraussetzung eines Auftrittes sind
Gestik, Mimik, Körpersprache, Bewegung, Humor und Stimme. Nur 10% macht
der Inhalt einer Rede aus.
Drücken wir unsere akustischen Eindrücke/Signale an
das Umfeld so aus, so werden wir sie auch deutlich von den anderen
zurückerhalten.
Dies kann im positiven Sinne sein, was bedeutet,
deine Körpersprache, deine Aussprache, deine Stimme, deine
Ausdruckskraft kommt sehr gut an – man steht im Mittelpunkt, sie ist
anziehend, sympathisch.
Im anderen Falle, sie kommt nicht gut an, so
besteht nun ein Kommunikationsproblem – und daran heisst es nun
arbeiten, sein eigenes Auftreten zu verbessern. Eine Mitteilung an das
Gegenüber soll ja auch ankommen, also eine Reflektion eintreten.
Allzu oft sprechen wir selbst zu schnell,
undeutlich oder auch leise. Mit Aufgaben und paar Tricks traten wir
einzeln auf die vorbereitete Bühne. Musik, Hut und Sonnenbrille
verdrängten unsere Scheu und das Kribbeln im Bauch auf der Bühne.
Jederfrau und Jedermann musste einen genauen
vorgegebenen Auftritt auf der Bühne erledigen. Dabei mussten mehrere
Regieanweisungen aus dem Aufgabenpapier durchgeführt werden.
Letztendlich trugen all die vielen Aufgaben, die jeder für sich spontan,
originell und auch raffiniert ausführten, oft zum Lachen und allgemeiner
Erheiterung.
Petra war allzu sehr durstig auf das
Sektfläschchen, sodass ihr die Fontäne des prickelnden und sprudelnden
Sektes so plötzlich in die Nase zog.
All unsere Auftritte wurden live gefilmt. Belustigt
aber auch teils Verlegen sahen wir dann unsere eigenen Mitschnitte am
Bildschirm an. Katharina und Johannes als Experten mit langjähriger
Erfahrung aus der Theaterbranche beurteilten die verschiedenen Auftritte
und gaben dazu wertvolle Tipps und Ratschläge, an seinem eigenen
Auftreten zu verbessern. Die Stimme richtiger kontrollieren, die
Körperhaltung besser einsetzen, mehr direkten Blickkontakt mit dem
Publikum zu richten, denn der Empfänger ist das Publikum und nicht die
eigenen Füsse!
Martsch z.B. könnte seine tiefe Reibeisenstimme
verbessern. Seine Versuche als Eunuch sind aber kläglich gescheitert.
Roman und Andi konnten sich als Paarschauspieler nicht einigen, wer der
Führende ist. Robert klebte wie angewurzelt immer am gleichen Platz.
Petra könnte ihre hohe Stimme etwas tiefer setzen und Wolfgang langsamer
sprechen. Und ich selbst hatte grosse Probleme, aus dem Stegreif zu
sprechen und zu agieren.
Mit Wiederholungen verbesserten wir im laufe der
zwei Tage überraschend unsere Auftritte.
Das Theater kann mit Handwerkzeugen helfen, im
alltäglichen Leben spielerisch statt kämpferisch über die Bühne zu
bringen. Lockerer über die Steine zu springen anstatt sie ärgerlich und
umständlich zu räumen soll die Devise im leichterem Umgang mit sich
selbst bringen.
Ausgezeichnet mit einer Urkunde dürften wir mit
neuen und positiven Erfahrungen nach Hause düsen.

